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Manche Projekte beginnen nicht bei null. Sie entwickeln sich aus etwas, das bereits da ist: aus einer bestehenden Gestaltung, aus gemeinsamen Erfahrungen – und vor allem aus einer Zusammenarbeit, in der man sich über die Jahre gut kennengelernt hat.

Mit Sonja Drolshagen arbeite ich bereits seit einigen Jahren zusammen. Für ihre Naturheilpraxis durfte ich die Website naturheilpraxis-sonja-drolshagen.de gestalten. Mit trauer-wagemut.de ist nun eine zweite Website entstanden, auf der ein anderer Schwerpunkt ihrer Arbeit im Mittelpunkt steht: ihre Trauergruppe wageMut und ihre Begleitung von Menschen in Zeiten von Trauer und Veränderung.

Verwandt – aber mit einer eigenen Identität

Bei der Gestaltung war schnell klar: Die neue Website sollte die Verbindung zur bestehenden Naturheilpraxis sichtbar machen. Schließlich steht hinter beiden Angeboten dieselbe Person und dieselbe Haltung.

Deshalb haben wir wesentliche gestalterische Grundlagen übernommen: Logo, Aufbau und Layoutprinzipien, Typografie und die grundsätzliche Formsprache schaffen einen deutlichen Wiedererkennungswert.

Trotzdem sollte wageMut nicht einfach wie eine weitere Unterseite der Naturheilpraxis wirken. Das Thema Trauer braucht seinen eigenen Raum und eine eigene Atmosphäre.

Ein wesentliches Mittel dafür ist die Farbgebung. Während sich beide Websites in ihrer gestalterischen DNA ähneln, setzt wageMut farblich einen deutlich anderen Akzent. So entsteht eine eigene Identität, ohne die visuelle Verbindung zur Person und zur bestehenden Website aufzugeben.

Bilder, die für sich stehen dürfen

Auch bei der Bildgestaltung haben wir uns bewusst für einen etwas anderen Weg entschieden.

Auf der Website der Naturheilpraxis spielen grafische Elemente aus dem Logo innerhalb der Bildwelt eine größere Rolle. Bei wageMut haben wir darauf verzichtet. Die ausgewählten Motive tragen die gewünschte Stimmung bereits in sich und brauchen keine zusätzliche grafische Ebene.

Gerade bei einem sensiblen Thema wie Trauer empfinde ich Zurückhaltung in der Gestaltung als besonders wichtig. Gestaltung darf hier Atmosphäre schaffen, Orientierung geben und Inhalte unterstützen – sie sollte sich aber nicht in den Vordergrund drängen.

Die ruhigeren Bildflächen und der Verzicht auf zusätzliche Logo-Elemente sorgen deshalb für eine klare, unaufgeregte Gesamtwirkung. Die Bilder bekommen Raum. Und damit bekommen auch die Inhalte Raum.

Gestaltung bedeutet manchmal auch: etwas weglassen

Dieses Projekt zeigt für mich sehr schön, dass Corporate Design nicht bedeutet, auf jede Anwendung immer wieder dieselben Gestaltungselemente zu setzen.

Wiedererkennbarkeit kann viel subtiler entstehen: durch Typografie, Proportionen, Seitenaufbau, den Umgang mit Weißraum oder eine bestimmte gestalterische Haltung.

Manchmal besteht die richtige gestalterische Entscheidung gerade darin, etwas nicht einzusetzen.

wageMut bleibt erkennbar mit der Naturheilpraxis verbunden und bekommt dennoch genau so viel Eigenständigkeit, wie das neue Angebot benötigt.

Wenn Abstimmung unkompliziert wird

Was ich an diesem Projekt außerdem besonders schätze, ist die langjährige Zusammenarbeit mit Sonja.

Wenn man bereits mehrere Jahre miteinander arbeitet, entsteht etwas, das sich kaum durch ein noch so detailliertes Briefing ersetzen lässt: Man kennt die Vorstellungen des anderen, weiß, was gemeint sein könnte, kann Ideen schneller einordnen und gemeinsam weiterentwickeln.

Und manchmal ist der beste Abstimmungsweg ganz einfach das Telefon.

Sonja und ich telefonieren durchaus auch einmal länger miteinander, besprechen Ideen, wägen Möglichkeiten ab und kommen dabei oft sehr unmittelbar zu Lösungen. Solche Gespräche machen Abstimmungsprozesse nicht aufwendiger – im Gegenteil: Sie können sie enorm erleichtern und flüssiger machen.

Ich bin sehr dankbar für dieses Vertrauen und für eine Zusammenarbeit, in der nicht jede einzelne gestalterische Entscheidung ausführlich erklärt werden muss, sondern vieles im gemeinsamen Austausch entstehen darf.

Eine zweite Website – und trotzdem aus einem Guss

Mit trauer-wagemut.de ist deshalb für mich nicht einfach eine weitere Website entstanden.

Das Projekt zeigt, wie sich ein bestehendes Erscheinungsbild weiterentwickeln lässt, wenn ein neues Angebot eine eigene Atmosphäre benötigt: Bekanntes bleibt erhalten, anderes verändert sich und manches darf ganz bewusst wegfallen.

So entsteht Verwandtschaft, ohne Gleichförmigkeit.

Und vielleicht ist genau das eine der schönsten Aufgaben im Kommunikationsdesign: nicht jedes Mal alles neu zu erfinden, sondern genau hinzusehen, was bleiben darf, was sich verändern muss – und was ein neues Thema braucht, um seinen eigenen Raum zu bekommen.

Website Trauergruppe
Naturheilpraxis Sonja Drolshagen