Wenn Website und Printmedien eine gemeinsame Sprache sprechen
Es gibt Projekte, bei denen es vor allem um Informationen geht. Und es gibt Projekte, bei denen jedes Detail eine Stimmung transportiert.
Die Website für die Trauerrednerin Rosemarie Fritz gehörte eindeutig zur zweiten Kategorie.
Schon zu Beginn war klar: Hier geht es nicht darum, eine Dienstleistung möglichst werbewirksam zu präsentieren. Menschen besuchen eine solche Website meist in einer Lebenssituation, die von Trauer, Unsicherheit oder Überforderung geprägt ist. Umso wichtiger ist es, dass sie sich sofort willkommen und verstanden fühlen.
Die Suche nach dem richtigen Ton
Bei vielen Websites entstehen Farben und Bilder recht schnell. Hier war das anders.
- Welche Farben vermitteln Würde, ohne schwer zu wirken?
- Welche Bilder erzählen von Abschied, ohne Traurigkeit in den Vordergrund zu stellen?
- Wie entsteht eine Atmosphäre, die Ruhe ausstrahlt, ohne distanziert zu sein?
Diese Fragen haben den gesamten Gestaltungsprozess begleitet.
Warum wir uns für Wasser und Licht entschieden haben
Die ersten Bildideen führten in ganz unterschiedliche Richtungen. Klassische Trauersymbole wie Kerzen, Rosen oder Sonnenuntergänge kamen für uns bewusst nicht infrage. Sie erzählen oft eine sehr eindeutige Geschichte und wirken schnell austauschbar.
Am Ende entstand eine Bildwelt aus Wasser, Licht und Spiegelungen.
Ein ruhiger See im Morgenlicht. Eine einzelne Seerose. Licht, das sich auf der Wasseroberfläche spiegelt.
Diese Motive stehen nicht für Trauer allein. Sie erzählen von Erinnerung, Ruhe, Veränderung und dem Weiterfließen des Lebens. Sie lassen Raum für eigene Gedanken – und genau das erschien uns für dieses Thema besonders passend.
Gestaltung beginnt mit Zuhören
Im Laufe des Projekts wurden Farben verändert, Bilder ausgetauscht und Details immer wieder hinterfragt.
Nicht, weil die ersten Entwürfe schlecht waren.
Sondern weil Gestaltung manchmal ein gemeinsamer Suchprozess ist.
Erst wenn sich die Kundin in ihrer Website wiederfindet, entsteht etwas, das authentisch wirkt.
Dieser Moment kam, als sie nach einer weiteren Überarbeitung schrieb:
Die überarbeitete Version gefällt mir sehr gut! Bei der bleibt es!
Mehr Bestätigung braucht ein Gestaltungsprozess eigentlich nicht.
Website und Print – eine gemeinsame Sprache
Parallel zur Website entstand auch eine DIN-lang-Flyercard.
Mir war wichtig, dass beide Medien dieselbe Atmosphäre vermitteln.
Nicht dieselben Inhalte – sondern dieselbe Haltung.
Die warme Farbwelt, die ruhige Typografie und die Bildsprache setzen sich deshalb im Flyer fort. Ergänzt wird er durch einen QR-Code zur Hörprobe der Trauerrednerin. Denn gerade bei einer Trauerrednerin spielt die Stimme eine wichtige Rolle. Sie vermittelt oft schon beim ersten Hören Vertrauen.
So ergänzen sich Website und Printmedium sinnvoll: Der Flyer schafft den ersten Kontakt, die Website bietet Raum für ausführliche Informationen und einen persönlichen Eindruck.
Was ich aus diesem Projekt mitnehme
Dieses Projekt hat mir wieder einmal gezeigt, dass gutes Design nicht in erster Linie aus Farben, Schriften oder Bildern besteht.
Es entsteht dort, wo Gestaltung beginnt, den Menschen und sein Anliegen wirklich zu verstehen.
Gerade bei sensiblen Themen braucht es manchmal mehr Zeit, mehr Gespräche und mehr kleine Zwischenschritte. Nicht, weil Entscheidungen schwerfallen – sondern weil sie erst dann richtig sind, wenn sich alles stimmig anfühlt.
Und genau darin liegt für mich die eigentliche Aufgabe von Gestaltung: nicht Aufmerksamkeit zu erzeugen, sondern Vertrauen.
Hier die Printsachen im Einzelnen
Flyer DIN lang, Vorder- und Rückseite:


Visitenkarte, Vorder- und Rückseite:



